Historie des Hundevereins Bad Mergentheim

von 1948 bis 1997

Der heutige Hundeverein Bad Mergentheim ging aus dem ehemaligen Schäferhundeverein Bad Mergentheim hervor, der am 13.Januar 1948 gegründet worden war. Gründungsmitglieder waren damals unter anderem: Fritz Schmid, Eugen Frick, Anton Bukowski, Fritz Müller, ein Herr Herrmann und vermutlich auch Willi Götz, Wilhelm Gfrörer und Georg Hofmann sowie Hermann Hettenbach.

Aus dem vorliegenden Protokollbuch der Ortsgruppe Bad Mergentheim des Vereins für deutsche Schäferhunde, welches mit der Generalversammlung am 26.1.1950 beginnt und in dem für die Jahre 1972 und 1973 keine Aufzeichnungen vorhanden sind, geht hervor, dass „Alban Müller“ das Vereins- und Gründungslokal war. Bürgermeister Fritz Schmid aus Neunkirchen wird in diesem ersten Protokoll als Vorsitzender bestätigt, zum 2. Vorsitzenden wird Hermann Hettenbach gewählt, zum Ausbildungswart Anton Bukowski, zum Zuchtwart Andreas Bauer und zum Kassier Eugen Frick.

Hermann Hettenbach mit Ali

Das Bad Mergentheimer Urgestein Hermann Hettenbach von der
gleichnamigen Fahrschule war von Anfang an dabei und
ist dem Deutschen Schäferhund bis heute treu geblieben.

Als erstes Vereinsgelände wird das alte Schwimmbad in der Igersheimer Strasse aufgeführt und man bedankt sich bei Bürgermeister Schier und Stadtbaumeister Merz, dass man dort ein Clubhaus errichten konnte.

Die Anfangsjahre bis 1956 waren die erfolgreichsten des Vereins. Dies spiegelte sich in hohen Mitgliederzahlen wieder. Zahlreich abgelegte Prüfungen (die Gebühr für eine Prüfung betrug 6 DM), bei denen überdurchschnittliche Leistungen gezeigt wurden, machten den Verein über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Auch die erfolgreiche Teilnahme einiger Mitglieder bei großen Schauen trug dazu bei. Die Ortsgruppe selbst veranstaltete viele Sonderschauen und Pokalwettkämpfe, die bei den anderen Ortsgruppen großen Anklang fanden. Unter den Mergentheimern Hundesportlern waren auch einige erfolgreiche Züchter, die den Verein mit sehr gutem Hundematerial versorgten.

So zum Beispiel:

Zwinger vom Unterbürger Wald (Hermann Reisenwedel)

Zwinger vom Oberen Graben (Eugen Frick)

Zwinger vom Groschenhölzle (Wilfried Noor)

Zwinger vom Erlenbachtal (Dr. H. Hoerstke)

Zwinger vom Haunhof (August Haun)

Zwinger von der Ottenklinge (Engelbert Rick)

Zwinger vom Haus Toni (Willy Gfrörer)

So konnte das Vereinsmitglied Engelbert Rick mit seiner Hündin Quitte vom Maschtor bei der Jubiläumsschau am 2.4.1956 den 1. Platz belegen.

Hermann Hettenbach mit Ali

Quitte

Die Vereinskameradin Frau von Belor gewann 3 Jahre später mit ihrer Hündin Ekka von der Eiringsburg am 19.9.1959 die Sieger-Hauptzuchtschau in ihrer Klasse.

Es wurde die Gründung einer Frauengruppe diskutiert, da diese den Männern den Rücken stärken würde und eine Jugendgruppe sollte entstehen. Am 21.3.1958 fand die erste Nachtübung statt und am 26.3.1960 die erste Ausdauerprüfung. Schon damals wurde über den Erlass der Hundesteuer für ausgebildete Hunde gesprochen und immer wieder kaufte die französische Armee Schäferhunde in Bad Mergentheim auf. Für einen 2jährigen nicht ausgebildeten Rüden zahlten sie zum Beispiel 320 DM.

Nach der Jubiläumsschau am 16.4.1961, die in Bad Mergentheim abgehalten wurde, ging die Vereinstätigkeit allmählich zurück. Noch verstärkt wurde dieser Trend durch die zu dieser Zeit in der Region herrschende Tollwutgefahr, die das Zustandekommen der meisten Veranstaltungen verhinderte.

Am 21.1.1961 gab Fritz Schmid sein Amt nach insgesamt 10 Jahren aus gesundheitlichen Gründen ab und wurde zum 1. Ehrenvorsitzenden gewählt. Er hatte auch noch die Ortsgruppen Wertheim und Schrozberg gegründet.

Fritz Schmid

 „ Das Vereinsgründungsmitglied Fritz Schmid
aus Neunkirchen wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt“

Bis 1967 wurde das Vereinsgelände sogar wegen mangelnder Mitglieder aufgegeben. Es ist vermerkt, dass der Übungsplatz aufgelöst und das Vereinsheim abgebrochen wird.

1968 wird eine Wiese hinter Igersheim als neuer Übungsplatz gepachtet.

Ab 1969 formierten sich die Hundesportler im Mergentheimer Kreis erneut und zogen ins Erlenbachtal. Doch bereits 1971 musste man diesen Platz wegen dem Golfclub wieder räumen und zog auf eine Wiese beim Deutschordensportplatz um. Noch einmal entwickelte sich eine erfolgreiche Ortsgruppe. Es wurden wieder zahlreiche Prüfungen und Pokalwettkämpfe ausgetragen.

Kinder der OG MGH

Doch wieder musste man das Vereinsgelände wechseln. Da man dem Reitverein und den Kurgästen ein Dorn im Auge war stellte Herr Greiner ein Gelände unterhalb der Deutschorden Kaserne im sogenannten Wolfental für 180 DM Pacht zur Verfügung. Am 13.3.1976 fand dort erstmals eine Prüfung statt und am 1.6.1981 führte man inmitten von Werkzeug und Baumaterialien zum ersten Mal eine Versammlung im neu errichteten Vereinsheim durch. Doch immer wieder ist die Rede von der Suche nach einem besseren Vereinsgelände, da es ein sehr abschüssiges Trainings- und Prüfungsgelände ist, wo man ohne Strom, Wasser und Toilette auskommen und mit Gas heizen und kochen muss.

Roland Hofmann

"Roland Hofmann aus Boxberg, der heute noch als Ausbilder
im Hundeverein Bad Mergentheim aktiv ist, war bereits
in den 70’er Jahren als junger Figurant im Einsatz.“

Am 28.Mai 1978 veranstaltete die Ortsgruppe anlässlich ihres 30jährigen Bestehens eine Sonderschau. Noch zwei weitere sollten am 20.7.1980 und am 14.4.1982 folgen. Für alle drei zeigte sich Arthur Schmauser, als Züchter vom Zwinger Schloß Umpfertal verantwortlich. Weitere Züchter waren damals Robert Gmelin (vom Eindachhof) und Karl Karnutsch. In den kommenden Jahren wurde es wieder ein wenig ruhiger und im Jahre 1986 kam die Vereinstätigkeit durch Unstimmigkeiten unter den Mitgliedern erneut zum Erliegen. 1987 wurde die OG wieder aufgebaut und sah aufgrund langsam steigender Mitgliederzahlen wieder etwas optimistischer in die Zukunft, doch dauerten die Streitigkeiten und anwaltlichen Auseinandersetzungen bis 1990 an.

Die Vorsitzenden des Vereins seit der Gründung am 13.1.1948 waren:

1948 - 1953 Fritz Schmid aus Neunkirchen

1953 - 1955 Hermann Hettenbach aus Bad Mergentheim

1955 - 1956 Andreas Bauer aus Bad Mergentheim

1956 - 1961 Fritz Schmid aus Neunkirchen

1961 - 1969 Wilfried Noor aus Grünsfeld

1969 - 1971 Ansgar Drephal aus Igersheim

1971 - 1974 Wilfried Noor aus Grünsfeld

1974 - 1978 Dieter Ziegler aus Elpersheim

1978 - 1980 Arthur Schmauser aus Boxberg

1981 - 1984 Hermann Eich aus Markelsheim

1984 - 1986 Karl Karnutsch aus Igersheim

1988 - 1993 Siegfried Schirk aus Dainbach

1994 - 1997 Hilmar Nied aus Unterschüpf

Hilmar Nied führte als letzter gewählter Vorsitzender die Welpenspielstunde, den Besuch von Schulen und Kindergärten mit Hunden, die Mitgestaltung des Kinderferienprogramms der Stadt Bad Mergentheim und die neue Hundesportart Agility ein. Außerdem bereitete er die Gründung einer Rettungshundestaffel vor, öffnete den Verein für alle Hundebesitzer und bemühte sich intensiv um ein geeignetes neues Vereinsgelände, welches schließlich auf dem Gelände der ehemaligen Deutschorden Kaserne gefunden werden konnte.

Nachdem jedoch immer deutlicher wurde, dass bestimmte Ziele in einem Rassezuchtverband wie dem Schäferhundeverband nicht umsetzbar waren, wurde 1997 die Ortsgruppe offiziell aufgelöst und dem am 3.10.1995 gegründeten Nachfolgeverein, dem Hundeverein Bad Mergentheim, mehr oder weniger einverleibt. Dieser ist offen für alle Rassen und Mischlinge und im südwestdeutschen Hundesportverband (swhv) beheimatet, der dem DHV angehört und zudem wesentlich günstigere Mitgliedsbeiträge aufzuweisen hat.

www.hundevereinbadmergentheim.de